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Schweigemarsch

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Fallschirm Mensch e.V. hat am letzten Montagabend im November ein großartiges Zeichen gesetzt, als 800 meist junge Menschen dem Aufruf gefolgt sind und immer wieder ihre flackernden Kerzen angezündet haben, während sie friedlich durch die Innenstadt gingen, um an die Menschen zu erinnern, die auf der Flucht umgekommen sind. Nachfolgend mein Redebeitrag für die Piratenpartei zum Abschluss der Kundgebung vor dem Staatstheater:

„Vielen Dank an alle, die diesen Schweigemarsch organisiert haben, und dafür, dass ich hier reden darf. Ich habe damit gerechnet, dass es kalt, nass und stürmisch wird. Mir ist aber auch bewusst, wie privilegiert wir sind, weil wir zumindest festen Boden unter den Füßen haben und die Aussicht, bald in ein sicheres Zuhause zu kommen. In Gedanken sind wir heute bei allen, die ihr Leben auf der Flucht verloren haben. Es gibt in unserer Stadt viele Menschen, die den Flüchtlingen zeigen, dass sie hier willkommen sind, aber die Toten werden davon nicht wieder lebendig.

In unserem Grundgesetz bekennen wir dazu, dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Wie viele Menschen müssen noch traumatisiert werden und sterben, weil wir Flüchtlingen den sicheren Weg zu einem Ort ihrer Wahl versperren? Wäre es nicht denkbar, dass sie einfach mit einem Rückreiseticket nach Deutschland kommen können, um hier einen Asylantrag zu stellen?

Vor 25 Jahren habe ich zur Hauptsendezeit im ersten Programm einen Spielfilm gesehen und mir danach die Frage gestellt, in welcher Welt wir eigentlich leben – und leben wollen. „Der Marsch“ zeigte Menschen in Afrika, die sich unter der einfachen Idee „Wir sind arm, weil Ihr reich seid“ zusammen gefunden haben. Sie marschierten durch die Wüste und kamen über das Meer bis nach Spanien, wo sie von Soldaten einer europäischen Eingreiftruppe aufgehalten werden.

Die großen Feindbilder eines Ost-West- oder Nord-Süd-Konflikts waren aus Sicht der Betroffenen vermutlich genauso sinnlos wie die Reduzierung der aktuellen Krisen auf einen Kampf gegen den IS. Die Diskussion um eine Festung Europa ist so aber alt wie die Öffnung der innerdeutschen Grenzen, die sich lange Zeit nur wenige vorstellen konnten.

Für mich als Piratin liegt unsere Zukunft darin, die Freiheitsrechte zu bewahren, für die wir in Deutschland und in Europa lange gekämpft haben. Wer weiterhin den Waffenexport begünstigt, Drohneneinsätze unterstützt und Flüchtlinge zu lebensgefährlichen Umwegen zwingt, tritt unser Grundgesetz mit den Füßen, das aus der Erfahrung mit zwei Weltkriegen und einem menschenverachtenden System heraus geschrieben wurde.“

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